heulsuse an 2011
Liebes Jahr 2011.
Du stinkst.
Von Beginn hattest du diesen widerlichen Beigeschmack wie ranzige Butter mitgebracht, wobei ich erst dachte es wäre doch was schönes dabei , was sich dann aber falsch herausstellte und gnade dir Gott, wenn du deinen Dreck nicht für dich behältst und 2012 genauso weitergeht, wie du zu Ende gegangen bist.
Deine Tage und Wochen zogen ins Land und brachten der Welt Kummer und brachten meinen Freunden Kummer (wobei einer wohl am meisten, deren 2011 du sowieso komplett zerstört hast, wofür ich mich hier nochmal rechtherzlich bedanke, du arschloch) und mir, nebenbei bemerkt, auch.
Du bist das Jahr der Katastrophe in Fukushima, der Pleite Griechenlands, des Todes von Amy Winehouse und der Klarstellung, dass Politiker eben doch hinterhältig sind und Link und sowieso verlogen. Tja, und das ist jetzt nur so das, was mir spontan einfällt.
Mal im Ernst: Das ist doch irgendwie alles nur Kackmist.
Zweitausend und elf Jahre, ziemlich viel Erfahrung, ich finde, da hättest du mehr draus machen können.
Stattdessen sieht die Realität (Oh Gott, allein dieses Wort ist eine Zumutung) so aus:
Ich lebe mit inzwischen 7 Milliarden Mitmenschen auf diesem voll gemüllten und durch uns alle Menschen zerstörtem Planeten , immer eine Hand vorm Auge, um möglichst wenig von dem Elend mitzukriegen und die andere Hand zur Faust geballt, um zuzuschlagen, wenn es drauf ankommt.
Und das Schlimmste daran ist nicht, dass ich wie viele andere die Scheiße fressen muss, die man mir serviert, sondern dass ich mir denke: Was soll‘s, ich lebe einfach mein kleines Leben und lass die anderen ihres leben oder daran verrecken. Shit happens.
Tagaus tagein paddle ich in der Scheiße des Lebens, und jedes mal wenn ich versuche gegen den Strom zu schwimmen kommt mir eines dieser Zweitausendundelfereignisse, die der Letzte Bockmist waren, entgegen und treibt mich zurück, zurück, zurück, zurück.
Vielleicht bin ich einfach ein unfähiger Schwächling.
Vielleicht bin ich aber auch einfach nur zu hoffnungsvoll.
Ach, 2011.
Ich weiß auch nicht.
Ich komme mir so undankbar vor, aber das ist nicht wirklich unbegründet.
Und weißt du, es gab in all den Wochen zu viele Moment, wo ich einfach nicht soviel essen konnte, wie ich kotzen wollte.
Weißt du, selbst hoffnungsvolle Moment endeten meist in kompletter scheiße.
Es treibt mich zu Verzweiflung, ganz ehrlich.
Ach, 2011.
Und auch in der Liebe wolltest du nicht das, was ich wollte. Du hast mir mal wieder die falschen Kerle vor die Füße gesetzt und ich durfte mal wieder merken wie es ist, wenn ein Vollidiot dir dein Herz bricht, danke dafür.
Es gab zwar auch einige schöne Momente, in denen ich mir doch dachte, du gibst dir Mühe und tust mir was gutes, aber da ich dich hasse, werde ich das nicht weiter erklären hier.
Ich beende jetzt unsere kleine einseitige Konversation.
Abschließend lässt du dich kurz und knapp beschreiben mit dem Wort : scheiße.
MfG
Eine Heulsuse.
Eine von 7 Milliarden.