Ich würde am liebsten in vierzig Jahren neben dir auf einer Bank sitzen und dir sagen: Siehst du? Ich habe dir ja gesagt, dass das klappen wird ...

Veröffentlicht auf von mollymolly

Das ist das Problem daran, wenn man sich zu viel Zeit für sich selbst nimmt. Man fängt an nachzudenken. Und man verfällt in alte Muster. Man denkt Gedanken, von denen man längst dachte, man hätte sie schon irgendwo ganz tief in sich vergraben. Gedanken, von denen man denkt, sie seien tödlich, aber dennoch bringen sie einen nicht um. Man quält sich selbst mit “was wäre, wenn” und “ich wünschte”. Aber träumen bringt schon lange nichts mehr, weil Züge eben irgendwann abfahren. Selbst wenn die Fahrt ach so schön war, kann man nicht immer wieder von vorne anfangen, auch wenn man das gern würde. Das einzige, was man tun kann, ist akzeptieren. Akzeptieren, dass es Dinge gibt, die nicht sein sollen. Kapitel, die, so schön sie auch gewesen sind, einfach irgendwann zu ende gehen. Aber ich glaube nicht, dass das so schnell geht. Vor allem wenn man selbst der Auslöser für das Übel zu sein scheint. Wenn jeder seinen Weg weitergeht und man selbst das Gefühl hat, man bleibt auf einer Stelle stehen, man kommt einfach nicht weiter. Aber in Fantasien wie “vielleicht treffen wir uns in 3 Jahren wieder und alles ist okay” kann man auf Dauer nicht leben. Man kann sich nicht monatelang etwas vormachen und sich selbst belügen, auch wenn das so schrecklich gut tut, weil es sich eben mit dem kleinen Funken Hoffnung im Herzen immernoch besser lebt als in der Realität. Immerhin ist mittlerweile klar, dass es immer ein Ende gibt. Vielleicht kann man eine Person auch auf ewig lieben, aber ich schätze mit der Zeit lernt man, zu akzeptieren, dass man sie nicht in seinem Leben halten konnte. Was ich auch weiß ist, dass morgen alles wieder okay sein wird, weil es dieses Gefühl nach zwei Jahreszeiten nur noch nachts gibt. Vielleicht sollte ich auch lieber schlafen gehen, anstatt mir den Kopf zu zerbrechen, aber dieses Drama steht mir leider so schrecklich gut.

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